Michael Guttman ist Violinist, Dirigent und musikalischer Leiter bedeutender Festivals weltweit, darunter Pietrasanta in Concerto, Crans Montana Classics in der Schweiz, Le Printemps du Violon in Paris sowie Made in Polin in Warschau. Zudem ist er Musikdirektor der Napa Valley Symphony und des Belgian Chamber Orchestra.
Für seine musikalischen Leistungen wurde ihm 2014 der renommierte Scopus Prize der Hebräischen Universität Jerusalem verliehen. Für sein Hindemith-Album mit dem Philharmonia Orchestra war er zudem für einen Grammy Award nominiert. Bereits im Alter von zehn Jahren wurde er als jüngster Student aller Zeiten am Königlichen Konservatorium Brüssel aufgenommen. Sein Debüt mit vierzehn Jahren an der Seite von Jean-Pierre Rampal führte zur Begegnung mit seinem Mentor Isaac Stern, der ihm ein Studium an der Juilliard School in New York empfahl, wo er bei Dorothy DeLay und dem Juilliard Quartet studierte. Weitere prägende Impulse erhielt er vom legendären russischen Violinisten Boris Goldstein, zu dessen Ehren er 2014 gemeinsam mit Professor Zakhar Bron einen internationalen Violinwettbewerb in Bern organisierte. Als führender belgischer Violinist vertrat er sein Land 1992 an der Weltausstellung in Sevilla.
Auftritte führten ihn in bedeutende Konzertsäle wie das Lincoln Center, die Barbican Hall, den Palais des Beaux-Arts in Brüssel, die Salle Pleyel in Paris sowie auf zahlreiche Tourneen nach Asien. Einladungen zu renommierten Festivals folgten, darunter Progetto Martha Argerich, das Flanders Festival, Yuri Bashmets Elba Festival, die Folles Journées in Nantes und Tokio sowie das Menuhin Festival Gstaad. Er brachte Philip Glass’ Doppelkonzert für Violine und Violoncello mit dem Dallas Symphony Orchestra und dem Hong Kong Philharmonic unter der Leitung von Jaap van Zweden zur Uraufführung. Konzerttourneen führten ihn unter anderem mit Martha Argerich, Nestor Marconi, Nigel Kennedy, Boris Berezovsky und Vadim Repin zusammen.
Nach der Zusammenarbeit mit Komponisten und Dirigenten wie Lukas Foss und Noam Sheriff entwickelte er seine Dirigentenlaufbahn weiter und tourte 2017 mit dem legendären Pianisten Ivo Pogorelich durch die bedeutendsten Konzertsäle Spaniens. Die Begegnung mit Astor Piazzolla inspirierte ihn zur intensiven Auseinandersetzung mit dem Tango; 2017 entstand das erste Doppelkonzert für Violine und Bandoneon, das er gemeinsam mit dem Orpheus Chamber Orchestra und dem argentinischen Bandoneonisten J. P. Jofre realisierte.
Michael Guttman spielt eine Guarneri-del-Gesù-Violine von 1735, die einst dem italienischen Violinisten und Komponisten Giovanni Battista Viotti gehörte.