Amihai Grosz hat bislang eine einzigartige künstlerische Laufbahn eingeschlagen: 1995 gründete er das Jerusalem Quartet und wurde 2010 zum Solo-Bratschisten der renommierten Berliner Philharmoniker ernannt. Einladungen zu solistischen Auftritten folgten rasch und haben sich in den letzten Jahren auf Zusammenarbeiten mit Dirigenten wie Zubin Mehta, Daniel Barenboim, Sir Simon Rattle, Tugan Sokhiev, Klaus Mäkelä, Nathalie Stutzmann, Ingo Metzmacher, Lionel Bringuier und Ariel Zukermann ausgeweitet. Zuvor trat er als Solist mit Orchestern wie dem Finnish Radio Symphony, dem Warsaw Philharmonic, dem Danish National Symphony, dem Swedish Radio Symphony, dem Tokyo Metropolitan Symphony, dem Barcelona Symphony, dem National Symphony of Ireland und dem Zurich Chamber Orchestra auf.
Zu den jüngsten Höhepunkten von Amihai zählen Auftritte beim ersten Tsindali Festival in Georgien gemeinsam mit Gianandrea Noseda, Augustin Hadelich und dem Pan-Caucasian Youth Orchestra in Mozarts Sinfonia Concertante, ein Werk, das er auch zusammen mit seiner langjährigen Kollegin Janine Jansen beim 30-jährigen Jubiläum des renommierten Verbier Festivals 2023 erneut spielte. Der Beginn des Jahres 2024 war geprägt von einer Tournee zum Guangzhou Xinghai Concert Hall, zum Shenzhen Concert Hall und zum Hong Kong Cultural Centre mit Daniel Harding und Vilde Frang im Rahmen von 2024 Youth Music Culture the Greater Bay Area, einschliesslich einer zweiwöchigen pädagogischen Residenz mit mehr als 100 jungen Musikerinnen und Musikern aus ganz China.
Zwei besondere Kooperationen mit den renommierten Berliner Philharmonikern prägten Amihais Saison 2024/2025 besonders: eine Aufnahme der Viola-Konzerte von Walton und Martinů mit den Dirigenten Sir Simon Rattle bzw. Matthias Pintscher, die im September 2024 auf dem eigenen Label des Orchesters erschien, sowie eine mit Spannung erwartete Uraufführung eines neu in Auftrag gegebenen Viola-Konzerts des südkoreanischen Komponisten Donghoon Shin unter der Leitung von Tugan Sokhiev.
Amihai ist der Kammermusik sehr verbunden und hat mit Künstlern wie Yefim Bronfman, Mitsuko Uchida, Daniel Hope, Eric Le Sage, Janine Jansen, Julian Steckel, Daishin Kashimoto und David Geringas gearbeitet. International tritt er regelmässig in renommierten Konzertsälen wie dem Concertgebouw Amsterdam, der Zürcher Tonhalle, der Wigmore Hall und der Philharmonie Luxembourg auf, ebenso bei führenden Festivals wie dem Schleswig-Holstein Musik Festival, den Festivals in Evian, Verbier und Delft, den BBC Proms und dem Utrecht International Chamber Music Festival.
Exklusiv beim Label Alpha Classics unter Vertrag, erschien im Herbst 2023 Amihai’s erstes Konzertalbum mit dem Bartók-Bratschenkonzert mit dem Orchestra National de Lille und Alexander Bloch. Seine nächste Aufnahme für das Label, die Ende 2024 erscheinen soll, enthält Mozarts Sinfonia Concertante, aufgenommen mit dem Geiger Julien Chauvin und dem Alte-Musik-Ensemble Concert de la Loge.
Amihai begann mit der Bratsche im Alter von 11 Jahren, nachdem er zuvor mit der Geige begonnen hatte. Er wurde in Jerusalem von David Chen unterrichtet, später in Frankfurt und Berlin von Tabea Zimmermann sowie in Tel Aviv von Haim Taub, der einen prägenden Einfluss auf ihn hatte. Er erhielt sehr früh verschiedene Stipendien und Preise und war Mitglied der „Young Musicians Group“ des Jerusalem Music Center, eines Programms für aussergewöhnliche junge musikalische Talente. Er lebt in Berlin und spielt eine 1570er Gasparo-da-Salò-Bratsche, die ihm lebenslang aus einer privaten Sammlung geliehen ist.