Janine Jansen, Violine
Boris Brovtsyn, Violine
Amihai Grosz, Viola
Daniel Blendulf, Cello
Denis Kozhukhin, Klavier
Nikola Meeuwsen, Klavier
Aus dem immensen Kammermusikrepertoire von Franz Schubert stellt unsere künstlerische Co-Leiterin Janine Jansen zwei bedeutende Meisterwerke des romantischen Komponisten ins Zentrum.
Das Klaviertrio Nr. 2 in Es-Dur, Op. 100 gehört zu Schuberts umfangreichsten Instrumentalwerken: Allein der letzte Satz umfasst über 700 Takte! Das wenige Monate vor seinem Tod veröffentlichte Werk beginnt mit einem kühnen Thema im Unisono der drei Instrumente, gefolgt von einem melancholischen zweiten Thema mit wiederholten Tönen. Nach diesem ersten Allegro basiert der berühmte zweite Satz auf einem schwedischen Volkslied und ist als langsamer Marsch gestaltet, dessen Thema dem Violoncello anvertraut wird. Das Scherzo mit seinen eleganten kanonischen Imitationen kontrastiert mit einem kräftigen Mittelteil, inspiriert vom Ländler, einem österreichischen Volkstanz. Das ausgedehnte Finale greift das Thema des langsamen Satzes wieder auf und verleiht dem Werk eine starke zyklische Einheit, die für diese Besetzung völlig neu ist.
Ein weiterer Höhepunkt von Schuberts Schaffen ist die Fantasie in f-Moll für Klavier zu vier Händen, die im Repertoire eine besondere Stellung einnimmt. In dieser ungewöhnlichen Besetzung teilen sich zwei Pianistinnen oder Pianisten ein Instrument und verschmelzen zu einer einzigen musikalischen Geste. Nach der Wanderer-Fantasie kehrt Schubert zur Fantasieform zurück, hier in vier nahtlos ineinander übergehenden Abschnitten, von den anfänglichen melancholischen Rufen bis zum düsteren Fugato am Schluss.
Fast ein Jahrhundert später, 1914, komponierte der ungarische Komponist, Dirigent und virtuose Pianist Ernő Dohnányi sein Klavierquintett Nr. 2. Als Erbe Schumanns und zugleich offen für die Einflüsse von Debussy und Schönberg entfaltet er eine intensive und kontrastreiche Tonsprache. Das Werk spiegelt die Unruhe seiner Zeit wider: von der geheimnisvollen Atmosphäre des ersten Satzes bis zum düsteren Schlusskanon, der dennoch in einem hellen Hoffnungsschimmer endet.
Eine Reise ins Herz der Kammermusik des 19. und 20. Jahrhunderts – von Schuberts poetischer Intimität bis zur expressiven Intensität Dohnányis.
Romanes Préludes (1 Stunde vor dem Konzert)*
Begeistert Sie klassische Musik, weckt sie Ihre Neugier – oder erscheint sie Ihnen wie eine fremde Sprache? Schärfen Sie Ihr Gehör, wecken Sie Ihre Neugier und besuchen Sie eines der von unserer Spezialistin gestalteten Préludes. Freuen Sie sich auf 30 bis 40 Minuten kommentiertes Hören, Einordnung, Austausch und Präsentationen auf Französisch. Sechs unserer Konzerte werden von einem kostenlosen «Einführungsgespräch» begleitet. Diese anregenden, herzlichen Begegnungen für alle bringen Sie mitten ins Herz der Musik. Ein Motto gilt: die Freude!
*Romane Carbonnel, Pianistin, diplomiert an der Haute École de Musique Vaud-Valais-Fribourg (HEMU)
F. Schubert, Fantasie in f-Moll, D. 940
Allegro molto moderato — Largo — Allegro vivace — Tempo I
E. Dohnányi, Klavierquintett Nr. 2, Op. 26
I. Allegro non troppo
II. Intermezzo. Allegretto – Presto
III. Moderato – Un poco più mosso – Animato
F. Schubert, Klaviertrio Nr. 2, Op. 100
I. Allegro
II. Andante con moto
III. Scherzando. Allegro moderato
IV. Allegro moderato
Janine Jansen
Geige
Amihai Grosz
Bratsche
Daniel Blendulf
Cello
Denis Kozhukhin
Klavier
Nikola Meeuwsen
Klavier